Aug 082012
 

Heute berichte ich über eine Wanderung vom 3. und 4. August 2012. Das Ziel der Wanderung ist der höchste Punkt im Karwendel, die Birkkarspitze mit 2756 m Höhe. Umgeben von traumhaften Tälern und Bergketten ragt der Gipfel neben der Ödkarspitze hoch in den Himmel. Zu Fuß ist diese Tour eher für 2 Tage anzusetzen, da der Weg zum Karwendelhaus, von wo aus die Besteigung der Birkkarspitze erfolgt, sehr lange ist (13,5 km auf Fußweg, 16 km Forststraße von Hinterriss aus). Man kann auch gut von Scharnitz aus zum Karwendelhaus gelangen, allerdings ist auch hier der Weg sehr lange, und mit dem Mountainbike super erreichbar.

Die Ausrüstung Bestand aus folgenden Materialien:

Die Tour erfordert einiges an Kondition und ist m.E. nicht für kleine Kinder geeignet. Ausgangspunkt ist Parkplatz 2 bei Hinterriss.

Wegweiser im Karwendel

Vom Parkplatz aus überqueren wir die Straße und kommen zu einem Forstweg , auf dem wir uns links halten. Dem Weg ca. 1,5 km gefolgt finden wir eine Wegabzweigung die ins Johannestal und zum Karwendelhaus führt. Wir können uns hier entscheiden, ob wir lieber die breite Forststraße entlanggehen oder näher am Bach entlang wandern wollen.

Gebirgsbach zum Johannestal

Wasser im Johannestal

Nach einiger Zeit fanden wir auf dem Weg diesen kleinen gefiederten Freund, der sich direkt auf der Mountainbike Spur befand, und dort weg sollte:

Ein netter Vogel

Hochalmsattel

In beiden Fällen kommen wir schließlich zum kleinen Ahornboden. Von hier aus kommen wir über den Hochalmsattel zum Karwendelhaus (47° 25′ 37″ N, 11° 25′ 18″ O), in dem wir übernachteten. Die Unterbringung ist gut und die Küche einwandfrei. Für DAV Mitglieder kostet die Übernachtung im Lager 10€. Es lohnt sich also auch aus diesem Grund, Vereinsmitglied zu werden. 
Um 5:15 klingelt der Wecker (oder es piepst das Handy) – aufstehen, schnell was essen und los geht’s zur Birkkarspitze.

Ein kleiner Pfad bringt uns zum ersten kurzen Klettersteig, gesichert mit einem Stahlseil. Nach den ersten paar Metern saß auf dem Weg ein junger Alpensalamander, dieser wartete darauf, sich in der aufgehenden Sonne zu wärmen. Ich setzte ihn auf die Seite,  sonst wäre er sicherlich vom Ansturm der München-Venedig Wanderer zertreten worden.
Alpensalamander

Nun gelangt man auf einem schmalen Pfad durch Latschenkiefern zu einem großen Geröllfeld, dem Schlauchkar.
Der lange Weg durchs Schlauchkar

Dieses wird mit der Zeit immer steiler und somit auch anstrengender zu erklimmen. Auf halber Höhe zogen dunkle Wolken auf, die uns unsicher machten, ob wir weiter aufsteigen sollten oder lieber gleich absteigen. Wir entschieden uns weiter zu gehen. Kurz vor dem Gipfel findet man geschützt liegend, die Birkkarhütte vor, in der man kurzzeitig sein schweres Gepäck abstellen kann, um auf die Spitze zu klettern (ca. 15 min.). Auch hier ist keine große Klettererfahrung notwendig, jedoch sollte man unbedingt trittsicher und schwindelfrei sein.
Aufstieg zur Birkkarspitze

An dieser Stelle trifft man auf viele “Traumpfad München-Venedig” Wanderer, die dann über die Scharte auf der anderen Seite absteigen und zum Hallerangerhaus weiter marschieren. Nachdem wir den Gipfel bestiegen hatten und uns ins Gipfelbuch eingetragen hatten, folgte das obligatorische Gipfelkreuz Bild und wir machten uns an den Abstieg.
Gipfelkreuz Birkkarspitze

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Blick von der Birkkarspitze
Die Wolken lichteten sich nun und die Aussicht wurde besser. Der Abstieg war lange und anstrengend, dass uns die Fusssohlen brannten. Wieder am Karwendelhaus angelangt, ruhten wir kurz die Beine aus und gingen gut gelaunt weiter in Richtung Auto / Hinterriss. Da uns die Füße weh taten vom Geröllfeld, wählten wir die Forststraße, die jedoch etwas weiter von der Strecke ist. (16km).
Hochalmsattel
Der Weg kam uns endlos vor, die Straße schlängelte sich den Berg hinab, von der einen Talseite zur anderen und zurück. Den Weg säumten immer wieder leckere Walderdbeeren, die wir nicht verschmähten. So einen Geschmack findet man in keinem Geschäft wieder! Nach einiger Zeit kamen wir wieder am kleinen Ahornboden an, diesmal von anderer Seite. Nun wieder am Denkmal von Hermann von Barth vorbei, Hinterriss nun 3,5 Stunden entfernt. Entlang am Johannisbach gingen wir weiter durchs Johannistal, bis uns plötzlich ein heftiges Gewitter überraschte. Wir wählten den Pfad durch den Wald – besser vom Baum, als vom Blitz erschlagen :) Meine neue Mammut-Jacke hatte den Test bestanden – sie ist wirklich absolut wasserdicht und ich bin sehr zufrieden! Die Hose von Patagonia war zwar durchnässt, trocknete aber erstaunlich schnell. Ca. eine Stunde vor der Ankunft am Auto endete der Regen. In dieser Stunde wurde die Hose fast komplett trocken. Wir hatten nun über 20km Abstieg hinter uns und waren froh, endlich wieder am Auto zu sein. Auch die Wanderstöcke leisteten vorbildliche Arbeit! Die Tour war wirklich sehr schön, Ungeübte sollten sich jedoch überlegen, sie auf 3 Tage anzusetzen, wenn sie ausschließlich zu Fuß begangen werden soll. Mit dem Fahrrad ist das natürlich viel einfacher, da der Abstieg fast komplett gerollt werden kann.
Eine weitere tolle Tourenbeschreibung, für diejenigen unter euch, die sich gleich aufmachen wollen, findet ihr im Bergzeit Magazin. In diesem Artikel findet ihr auch weitere Angaben zum Berg selbst und viele Tipps, die einem den Aufstieg erleichtern.


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